Group of Chief Scientific Advisors – SAM

Eine wissenschaftliche Betrachtung der Regulierung von durch Genomeditierung entstandenen Produkten und deren Bedeutung für die GVO-Richtlinie

Erklärung der Gruppe leitender wissenschaftlicher Berater (SAM)

Am 25. Juli 2018 stellte der Gerichtshof der Europäischen Union („Gerichtshof“) in seinem Urteil fest, dass durch die neuen Verfahren der gezielten Mutagenese gewonnene Organismen genetisch veränderte Organismen (GVO) im Sinne der Richtlinie 2001/18/EG über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Umwelt („GVO-Richtlinie“) sind und den in der GVO-Richtlinie vorgesehenen Verpflichtungen unterliegen. Neue Verfahren der gezielten Mutagenese schließen Genomeditierungsverfahren wie CRISPR-/Cas9 ein. Der rechtliche Status der in solchen Verfahren gewonnenen Produkte war unsicher, da nicht klar war, ob sie in den Anwendungsbereich der GVO-Richtlinie fallen. Diese Verfahren ermöglichen die Entwicklung einer Vielzahl landwirtschaftlicher Anwendungen und die ethischen, rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen im Zusammenhang mit ihrer Nutzung werden intensiv diskutiert. Die Gruppe leitender wissenschaftlicher Berater der Europäischen Kommission („leitende wissenschaftliche Berater“) ist sich der Vielschichtigkeit dieser Debatten bewusst, in denen Überzeugungen, Werte und Bedenken der Menschen genauso wie die zugrunde liegende Wissenschaft zur Sprache kommen. Die leitenden wissenschaftlichen Berater haben die Aufgabe, die Europäische Kommission wissenschaftlich zu beraten. Anknüpfend an unsere Erläuterung über „New Techniques in Agricultural Biotechnology“ (Neue Verfahren in der landwirtschaftlichen Biotechnologie) (SAM, 2017a) haben wir daher die GVO-Richtlinie unter Berücksichtigung der derzeitigen Erkenntnisse und wissenschaftlichen Nachweise geprüft.. Weiterlesen bei op.europe.eu