VBIO e.V. / WGG e.V.

Genome Editing: Faktenbasierte Regulierung durch differenzierte Betrachtungsweise

gemeinsamens Impulspapier von Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) und Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG)

Januar 2020

Impulse zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur rechtlichen Einordnung von Mutageneseverfahren(Stand: Januar 2020)AusgangslageNach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 25. Juli 2018 1sind durch Mutagenese gewonnene Organismen grundsätzlich als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) einzustufen und unterliegen deshalb den Regelungen des Gentechnikgesetzes (Richtlinie 2001/18/EG). ZurBegründung wird angeführt, dass durch Verfahren der Mutagenese eine auf natürliche Weise nicht mögliche Veränderung am genetischen Material eines Organismus vorgenommen wird.DerEuGH unterscheidet prinzipiell nicht zwischen den neuen (gezielten) und alten (ungerichteten) Methoden der Mutagenese (Erzeugung von Erbgutveränderungen). Das heißt, dass sowohl Organismen, deren Erbgut mithilfe von klassischer Mutagenese2, bei der mutagene Chemikalien oder ionisierende Strahlung zur Veränderung des Genoms eingesetzt werden, als auch der gezielten Mutagenese ( Methoden des Genome Editing ), als genetisch veränderte Organismen (GVO) im Sinne der EU-Richtlinie 2001/18/EG (Freisetzungsrichtlinie) zu betrachten sind. Weiterlesen bei vbio.de